Die Katze des Wahnsinns

Kultur | WOLFGANG KRALICEK | aus FALTER 05/02 vom 30.01.2002

THEATER. Spaßterrorismus im Akademietheater: über den Dramatiker Martin McDonagh und seine brutal gute Komödie "Der Leutnant von Inishmore". 

Schwarze Katzen bringen Unglück. Man muss nicht abergläubisch sein, um das zu bestätigen. Es genügt, ins Akademietheater zu gehen und sich "Der Leutnant von Inishmore" anzuschauen. Das Stück beginnt damit, dass ein schwarzer Kater namens Wee Thomas tot aufgefunden wird, und es endet mit einem Massaker. Wee Thomas ("kleiner Thomas") ist nämlich nicht irgendeine Katze, sondern der über alles geliebte Gefährte des 21-jährigen Titelhelden, einem Terroristen namens Padraic. Der junge Mann ist so gewalttätig und unberechenbar, dass ihn nicht einmal die IRA haben wollte, weshalb er sich der radikalen Splittergruppe INLA (Irish National Liberation Army) angeschlossen hat. Im Grunde aber ist Padraic seine eigene Splittergruppe, und der (gewaltsame) Tod von Wee Thomas bringt ihn um den letzten Rest seines Verstandes.

  Geschrieben hat der heute


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