In der Redewelt verendet

Kultur | KARL WAGNER | aus FALTER 05/02 vom 30.01.2002

FRANZ INNERHOFER (1944-2002) Das Leben als "Milieuwechsler" endete für den Autor noch schlimmer als für seinen Romanhelden: Letzte Woche schied Franz Innerhofer freiwillig aus dem Leben. 

Von ihm und über ihn war in den letzten Jahren wenig zu lesen: Franz Innerhofer, der 1974 in "Schöne Tage" mit aggressiver Wucht das verordnete Schweigen in seiner ländlichen Kindheitshölle zur Sprache gebracht hatte, schien verstummt zu sein. Die Nachricht von seinem Tod kam in jenen dürren Worten an die Öffentlichkeit, wie sie in der österreichischen Gegenwartsliteratur nicht selten in Form einer Zeitungsnachricht am Erzählanfang stehen. Etwa die Notiz über den Selbstmord der Mutter in Handkes "Wunschlosem Unglück" (einem Buch, das Innerhofer als Ermunterung gelesen hatte, rückhaltlos über sich selber schreiben zu dürfen) oder die Nachricht vom Doppelselbstmord zweier Kärntner Lehrlinge in Josef Winklers "Menschenkind". Erst drei Tage nach seinem Selbstmord - so hieß es jetzt in der


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