Tod eines Kampfsportlers

Kultur | KLAUS TASCHWER | aus FALTER 05/02 vom 30.01.2002

PIERRE BOURDIEU (1930-2002) Vergangene Woche starb nicht nur einer der weltweit einflussreichsten Soziologen, sondern auch das linke Gewissen Frankreichs. 

Der große Saal des Wiener Künstlerhauses war so voll, dass man um die ausgestellten Kunstwerke Sorge haben musste. Exminister und Studenten, Künstler und Universitätsprofessoren hatten sich im November 2000 eingefunden, um den Worten von Pierre Bourdieu zu lauschen, dem Star der Konferenz "Opposition bilden". Doch die Erwartung vieler wurde enttäuscht, denn der Vortrag des weltberühmten Soziologen war alles andere als eine geschliffene Abrechnung mit der Globalisierung und den USA. Fast musste man den Eindruck gewinnen, als ob es Pierre Bourdieu unangenehm sei, jener Pierre Bourdieu zu sein, der vielen als wortmächtiger Anführer im Kampf gegen den Neoliberalismus galt.

  Vier Monate nach diesem Auftritt hielt Pierre Bourdieu seine Abschiedsvorlesung am Collège de France, der renommiertesten Institution der französischen


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