NÜCHTERN BETRACHTET: Wie ich einmal wieder nicht John Cale war

Kultur | aus FALTER 05/02 vom 30.01.2002

Wer sich einen raschen Überblick darüber verschaffen will, was von der Popmusik des ausgehenden zweiten nachchristlichen Jahrtausends bleiben wird, muss sich vier CDs besorgen: "Paris 1919" von John Cale, "Songs for Drella" von Lou Reed und John Cale, "Wrong Way Up" von Brian Eno und John Cale sowie "Walking on Locusts" von John Cale. Es handelt sich hierbei keineswegs um eine dem fragwürdigen Feld persönlicher Präferenzen entsprossene Enumeration, sondern um eine vom MIP (Massachusetts Institute of Popmusic) herausgegebene Liste (Stand 2001) von internationaler Verbindlichkeit. Ich stehe freilich nicht an zuzugeben, dass ich mit dieser Liste herzlich einverstanden bin. Man wird also verstehen, dass ich nicht wenig aufgeregt war, als ich kurz nach John Cale in Linz auftreten durfte; und zwar sogar im selben Gebäude, dem bis nach Massachusetts bestens bekannten Posthof - wenn auch in einem etwas kleineren Saal. Aus lauter Ehrfurcht betrat ich die Veranstaltungshalle erst zehn Minuten


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