Stadtrand: Annahme-Schluss

Stadtleben | aus FALTER 05/02 vom 30.01.2002

"Die neue Währung wurde überraschend gut angenommen", freuen sich die Politiker schon seit Anfang des Jahres. "Es wird kaum noch in Schilling gezahlt", jubeln die Wirtschaftsmenschen. Fein, dass wir alle das neue DKT-Geld so ohne jeden ernsthaften Widerstand angenommen haben - wäre ja auch schwierig, wenn man in irgendeinem Geschäft sagen würde: "Behalten Sie sich Ihre depperten Euro, die nehme ich nicht an. Ich will lieber US-Dollar." Aber auch wenn wir so was von bereit sind, den Euro anzunehmen - nicht alle und alles beugen sich dem Diktat der bedingungslosen Euro-Annahme. Angenommen, man steht dieser Tage vor einem Selbstbedienungsautomaten in der U-Bahn-Station: Der ist entweder "out of order" oder nimmt keine Schillinge mehr an. Und angenommen, man fährt daraufhin schwarz, wird vom Schwarzkappler erwischt: Den Euro-Schmäh kann man sich gleich sparen und die Strafe brav annehmen. Daran könnten sich auch widerborstige Supermarkt-Einkaufswagerln ein gutes Beispiel nehmen: Manche, etwa jene vom Zielpunkt, verweigern nämlich noch immer die Euro-Annahme. Ganz zu schweigen von der Kegelbahn im Café Weidinger: Die wird auch in Zukunft unverdrossen mit 10-Schilling-Münzen gefüttert. Euro-Annahme ausgeschlossen. J. O.


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