PHETTBERGS PREDIGTDIENST: Neide ich Seidl?

Stadtleben | aus FALTER 05/02 vom 30.01.2002

... wer erträgt den Tag, an dem er kommt? Wer kann bestehen, wenn er erscheint? ... er ist wie das Feuer im Schmelzofen und wie die Lauge im Waschtrog ... er reinigt die Söhne Levis, er läutert sie wie Gold und Silber ...

Mal 3,1-4(1. Lesung am Fest der Darstellung des Herrn [2. Februar])

Ein Gutteil meiner Tobsucht geht an Ulrich Seidl. Am liebsten lockt er elende Leute vor scheußliche Inneneinrichtungen und verrät ihnen möglichst wenig über sie. Bevor er mit der Kamera kommt, schleicht er sich ins Herz der Verzweifelten und macht von innen die Tür zu. Seidl selbst wirkt nicht elend. Träfe ich Seidl auf der Straße, fiele ich kraft dessen, dass ich ihn schon so oft im Fernsehen sah, vor ihm zu Boden: und weinte haltlos, flehte ihn an, er möge mich retten. Alle Erstickenden greifen nach ihm und flehen um Hilfe, denn er trägt immer einen dunklen Anzug und redet gestochen Hochdeutsch, milde und gütig. Manches Mal denke ich mir, der Seidl hat mit den Klowärterinnen des Westbahnhofes


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