Recht, Rechte, Richter

FLORIAN KLENK | Vorwort | aus FALTER 06/02 vom 06.02.2002

ANTISEMITISMUS. Wenn Rechtsextreme jüdische Journalisten beschimpfen, entdeckt Österreichs Justiz die Meinungsfreiheit. 

Vergangenen Donnerstag hat der jüdische Journalist Karl Pfeifer gegen Andreas Mölzer, den Chef der rechten Postille Zur Zeit, einen Prozess verloren. Die Öffentlichkeit war an dem Fall nicht interessiert. Im Gerichtssaal saßen, wenn überhaupt, nur ausländische Gerichtsreporter. Die Kultusgemeinde schwieg. Nur in Israel erschien eine seitenlange Reportage in der Zeitung Ha'aretz.

  Seltsam. Denn die Auseinandersetzung zwischen dem Holocaust-Überlebenden und dem Ex-Haider-Berater illustriert die halbseidenen Methoden von Andreas Mölzers Postille Zur Zeit, einem mit staatlichen Geldern geförderten Blatt, von dem ein Mitarbeiter vergangenes Jahr bereits einmal wegen NS-Wiederbetätigung verurteilt wurde. Der Fall gibt zudem tiefe Einblicke in das Weltbild der Wiener Justiz. Im Fall Pfeifer geht es darüber hinaus auch um die Frage, was ein jüdischer Journalist

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