WAS WAR/KOMMT/FEHLT

Politik | aus FALTER 06/02 vom 06.02.2002

WAS WAR

Herzl zensuriert. In der Stadt Salzburg wurde vergangenes Jahr eine Marmortafel mit lobenden Worten des Zionismus-Begründers Theodor Herzl angebracht. "In Salzburg brachte ich einige der glücklichsten Stunden meines Lebens zu", hatte Herzl bei einem Aufenthalt in der Mozartstadt in sein Tagebuch geschrieben. Nicht in Marmor gemeißelt wurde aber der zweite Satz der Tagebucheintragung: "Ich wäre auch gerne in dieser schönen Stadt geblieben, aber als Jude wäre ich nie zur Stellung eines Richters befördert worden." Diesen nicht unwichtigen Nachsatz schrieb der Künstler Wolfram P. Kastner gemeinsam mit Martin Krenn im August 2001 in einer öffentlichen Aktion unter die Tafel. Nun sollen die beiden Künstler gerichtlich belangt werden. Ein Strafverfahren wurde bereits eröffnet, das Strafmaß beträgt bis zu drei Jahre Haft. Die handschriftliche Ergänzung des Zitates ist mittlerweile von den Behörden übermalt worden.

WAS KOMMT

Steuerreform. Nun hat sich auch Bundeskanzler Wolfgang Schüssel in puncto Steuerreform zu Wort gemeldet: Noch vor der Nationalratswahl 2003 werde es eine Steuerreform geben, die vor allem kleinere und mittlere Einkommen entlasten soll - jedoch nur, wenn es im Jahr 2002 ein Wirtschaftswachstum von zwei bis 2,5 Prozent gibt. Bislang wurde für 2002 jedoch ein Wirtschaftswachstum von lediglich 1,2 Prozent erwartet.

WAS FEHLT

Lehrstellen für Jugendliche. In Wien ist es für Jugendliche im Moment besonders schwierig, einen Lehrplatz zu finden. Für 1745 Jugendliche, die gerade eine Ausbildungsstelle suchen, sind nur 238 Plätze frei. Nun soll mehr Geld für jugendliche Arbeitssuchende aufgebracht werden: Diese Woche verhandeln Finanzstadtrat Sepp Rieder und Wirtschaftsminister Martin Bartenstein über Zahlungen des Bundes an den Wiener Arbeitnehmerfonds. Jugend- und Sozialarbeiter verlangen darüber hinaus auch eine finanzielle Absicherung von Jugendlichen ab dem Zeitpunkt der Arbeitssuche.


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