Ein bisschen Frieden

Kultur | KARIN CERNY | aus FALTER 06/02 vom 06.02.2002

THEATER. So harmlos waren Krieg und Geschlechterkampf schon lange nicht mehr: "Die Jungfrau von Orléans" im Burgtheater.  

Karin Beier ist die Waldorf-Schülerin unter den Regisseurinnen. Nicht für das Leben wird hier inszeniert, lieber gibt man sich ganz dem Spieltrieb hin. Der Kopf macht Urlaub, die Körper tollen so unschuldig herum wie im Kindertheater, und die Theatermaschinerie zaubert, was das Zeug hält. Wenn Theater sich weigert, erwachsen zu werden, kann das durchaus charmant sein, aber Beier spielt und spielt und spielt - bis ihr das letzte Quäntchen Wirklichkeit abhanden kommt und sogar der kühnste Theaterstoff in eine Kinderspielkiste passt. Diagnose: akute Weltflucht. Bereits in ihren ersten beiden Wiener Arbeiten, dem Rittermärchen "Merlin oder das Wüste Land" (1999 am Akademietheater) und der Theater-auf-dem-Theater-Pirandello-Ausgrabung "Mit Leidenschaften ist nicht zu spaßen!" (2000 im Burgtheater), hat Beier gezeigt, dass es ihr nicht um große Ideen im Theater


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