"Die Augärten, damals"

Kultur | ERICH KLEIN | aus FALTER 06/02 vom 06.02.2002

LITERATUR. Eine Ausstellung und drei Briefbände geben Auskunft über das Leben Paul Celans und enthüllen erstaunliche Facetten des großen Lyrikers. 

Als der 27-jährige Paul Celan Ende Dezember 1947 nach zweiwöchigem Fußmarsch aus Bukarest über Ungarn - in heutiger Terminologie: mithilfe einer Schlepperbande - über die grüne Grenze nach Österreich kommt, ist er noch der einfache rumänische Jude Paul Antschel; eine DP (Displaced Person) auf dem Weg in den freien Westen - so wie Hunderttausende andere Flüchtlinge aus dem kommunistisch werdenden Osteuropa. Zwar hat Celan schon die "Todesfuge", einen düsteren Kaddisch über die Ermordung der Juden, geschrieben und auf Rumänisch veröffentlicht, er ist aber noch nicht der literaturamtliche, quasi offizielle Dichter "nach" Auschwitz, zu dem er im Lauf der letzten fünfzig Jahre in deutschen Landen gemacht wurde.

  Das Empfehlungsschreiben seines Mentors Alfred Margul-Sperber an Otto Basil, den Herausgeber der bedeutenden Literaturzeitschrift


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