NÜCHTERN BETRACHTET: Ich bitte die Okraschote um Verzeihung

Kultur | aus FALTER 06/02 vom 06.02.2002

Die Sonntagsdepression senkt sich herab, und Auberginenduft weht durch das Kaminzimmer meines Jagdschlosses. Obgleich sie im Kaukasus als Antidepressivum gelten, wird es auch den Auberginen nicht gelingen, einen tatortlosen Faschingssonntag (den zweiten en suite) noch zu einem Fest der Lebensfreude zu machen. Sie müssen im Übrigen gegrillt werden, damit sie den ihnen eigenen Geschmack entfalten. Ich erwähne dies deswegen, weil Royal Albert Hall eine Einladung meinerseits (es gab scharfes Hühnchen in Kokosmilch mit Thai-Basilikum und eine unentgeltliche Videoaufführung von "Shrek") missbrauchte, um mit einer seiner berüchtigten Gemüsepolemiken vom Leder zu ziehen. "Nenne mir nur fünf Gemüse, die man essen kann", forderte er mich kampfeslustig auf und ließ nur den Erdapfel uneingeschränkt gelten. R.A.H.'s krauser Theorie zufolge verfügen die meisten Gemüse über keinen Eigengeschmack, weswegen man sie durch den Zusatz fremder Substanzen künstlich hochtunen müsse (so betrachtet,


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