VOR 20 JAHREN IM FALTER

Vorwort | aus FALTER 07/02 vom 13.02.2002

... kündigte H. Sch. die Veranstaltung "Beziehungen Trennungen" im Künstlerhaus an.

Früher einmal, da hätte die Veranstaltung wohl den Titel "LIEBE" getragen. Nicht dass die Menschen das Bestehen derselben heute mehr anzweifelten als damals, aber man hatte eben auf anderen Wegen versucht, das Gebiet überschaubar zu halten, während heute bereits die Sprache unseren Versuch einer Bannung ausspricht.

  Neun Tage gehören also dem Thema "Beziehungen", genauer gesagt dessen literarischer und wissenschaftlicher Bearbeitung. Man, genauer gesagt der Kunstverein Wien, hat dafür eine Reihe bekannter Schriftsteller nach Österreich eingeladen.

  Bekanntester Teilnehmer unter den Autoren dürfte wahrscheinlich Martin Walser sein. Als sein bestes Buch der letzten Zeit gilt die Novelle "Ein fliehendes Pferd". Kommen wird auch der Gewinner des vorigen Bachmann-Wettlesen Urs Jaeggi. Im Roman "Brandeis" schildert er eine Vater-Tocher-Beziehung, womit wir wieder beim Thema wären.

  Aber auch Essayisten, Psychologen und Philosophen werden bei den Veranstaltungen nicht fehlen. Bemerkenswert dürfte auch der Vortrag von Franz Schuh sein. Titel: "Über Verführung, Liebe, Trennung. Versuch einer (Literatur-)Geschichte der Geschlechterbeziehung in der bürgerlichen Welt".Garniert wird das Ganze schließlich durch die Aufführung von vier Theaterstücken: "Ihr hättet ruhig zu Hause bleiben können" von Helena und Peter Feyfar, und "Entfremdung" von Karel Gelnar in einer Aufführung des Theater-Brett; "Der Tisch" von Michele Foucher in der Inszenierung der Gruppe 80; und "Susn" von Herbert Achternbusch inszeniert von Götz Fritsch.


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