Kommentar: Ist Michel Houellebecq ein Ekel?

Kultur | WOLFGANG KRALICEK | aus FALTER 07/02 vom 13.02.2002

Michael Haneke findet er gut. Hermann Nitsch mag er gar nicht. Sonst weiß er wenig über Österreich, das er bisher nur als "eine Abart von Deutschland" betrachtet hat. Der französische Starautor Michel Houellebecq war im Rahmen einer PR-Tour am Sonntag im Rabenhof, wo er aus seinem neuen Roman "Plattform" (siehe Falter 5/02) las und ein öffentliches Interview gab. Mit fast 500 Zuschauern war das Theater restlos ausverkauft; man hätte auch doppelt so viel Karten absetzen können.

Von solchen Besucherzahlen können die meisten Schriftsteller nur träumen, von Houellebecqs Auflagen auch. Kein Zweifel: Wir haben es hier mit einem "Phänomen" zu tun. Ein Phänomen ist etwas, was man nicht erklären kann - in diesem Fall also ein Autor, der erfolgreich ist wie ein Popstar und entsprechend vermarktet wird. Weil es an den Büchern selbst nicht liegen kann (wer liest schon Bücher?), muss irgendwas faul sein. Und sind Phänomene nicht dazu da, entzaubert zu werden? "Ein Phänomen der Ökonomie


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