Bright Lights, Pig-City

Kultur | MATTHIAS DUSINI | aus FALTER 07/02 vom 13.02.2002

URBANISMUS. Shoppen, sprayen, spazieren gehen und Schweine züchten - all das gehört zum urbanen Raum. Die Stadt steht wieder im Brennpunkt der wissenschaftlichen und künstlerischen Aufmerksamkeit. 

An einem warmen Sommertag um sieben Uhr morgens im Park aus dem Schlafsack kriechen. Sich auf der Toilette des Cafés das Gesicht waschen. Draußen auf der Piazza sitzen und der Stadt zuhören, den vorbeifahrenden Transportern, Müllfahrzeugen und Bussen hinterherblicken. Da freut sich der junge Stadttourist: Er ist der öden Reihenhausexistenz zu Hause entkommen. Er hat es per Autostopp bis nach Florenz, Madrid oder Kopenhagen geschafft. Mit ihm freut sich der Urbanist, denn er hat eine Spielart von postmoderner Individualisierung entdeckt.

  "Halt!", ruft der holländische Urbanismusvordenker Bart Lootsma. "Das ist eine sehr romantische Vorstellung. Individualisierung ist etwas viel Härteres, etwas, das uns aufgezwungen wird. Sie basiert nicht nur auf der ewigen Sehnsucht nach einer Traumwelt


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige