Alte Villen, neue Hallen

Kultur | JAN TABOR | aus FALTER 07/02 vom 13.02.2002

STADTESSAY. Wie die Tschechen wieder einmal alles kaputtgemacht haben und der Direktor eine neue Kunsthalle gekriegt hat. 

Ein Dorf, irgendwo in Russland. Man schreibt das Jahr 1965. Die in die Erde gegrabenen, mit Stroh und Reisig gedeckten Blockhäuser werden "Zemljanky", also "Erdhäuser" genannt. Zwei schwarz gekleidete Babuschky in Gummistiefeln treffen im tiefen Morast auf dem weiten Dorfanger aufeinander. "Haben Sie es schon gehört, Jewgenija Iwanowna?!? Le Corbusier ist gestorben!"

  Ein Museum, irgendwo in Wien. Man schreibt den 5. Februar 2002. Hinter dem Podium hängt ein riesiges Transparent mit der Vergrößerung jener Plakate, die in ganz Wien affichiert wurden, um zu der Pressekonferenz einzuladen, in der ich nun, völlig fasziniert, sitze. An den alten antirussischen Witz, den ich 1965 in Brno gehört habe, erinnere ich mich, als einer der Experten auf dem Podium beginnt, die obligate Geschichte von den Pferden der Roten Armee zu erzählen, die im Frühjahr 1945 in Mies


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