Essen mit Bauchweh

PETRA RATHMANNER | Kultur | aus FALTER 07/02 vom 13.02.2002

THEATER. Das Schauspielhaus lädt zu einem viergängigen "Nachtmahl". Dass einem dabei schlecht werden kann, hat nichts mit dem Essen zu tun. 

Das fängt ja gut an. Als Vorspeise wird eine Pastete serviert, und unter den etwa fünfzig Zuschauern, die auf der langen, kreuzförmigen Tafel im Schauspielhaus Platz genommen haben, macht Wein die Runde. In der Mitte sitzen vier Gastgeberinnen und bemühen sich, gute Laune zu verbreiten. Spätestens, wenn die erbsengrüne Suppe serviert wird und eine der Damen den Kellner anbellt, als wären wir auf einem Appellplatz, wirds ungemütlich: Hier stimmt etwas nicht. Was mit den Gastgeberinnen los ist, ist das Geheimnis des Abends - bis zum dritten Gang wird es einigermaßen gelüftet sein. Im Saftfleisch mit Reis wird nur mehr mit Unbehagen gestochert. "Essen verbindet", meint die Münchner Autorin und Regisseurin Eva Diamantstein. In diesem Fall ist diese These mit Vorsicht zu genießen.

  Die Frauenfiguren des Stücks beruhen auf realen Biografien

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