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Kultur | KARIN CERNY | aus FALTER 07/02 vom 13.02.2002

Das Theater in der Josefstadt ist Ihnen zu jugendlich? Der Opernball zu prollig? Die Staatsoper zu poppig? Versuchen Sie es mal mit Vienna's English Theatre. Sie werden ihn lieben, diesen letzten Hort des gediegenen Geschmacks. Hier herrscht die höchste Pelzträgerinnendichte (bodenlang!) aller Wiener Theater, sogar jüngere Männer kommen im Smoking, in der Pause spricht man salopp Englisch und Deutsch, diverse Botschafterinnen und Botschafter geben sich die Ehre. Und das Theater? Ah ja, das Theater. "Proof" von David Auburn hat 2001 den begehrten Pulitzer Prize gewonnen und ist eine etwas verkitschte und erstaunlich altmodische Familiengeschichte, die im Mathematikermilieu spielt: Vater ist ein Genie, das wahnsinnig wurde; die noch genialere Tochter hat Angst, verrückt zu werden. Ein Stück wie eine Hausaufgabe - mittelprächtig gut gemacht, aber dafür, dass es hin und wieder Spannung aufbaut, als wären wir bei David Mamet, doch ziemlich enttäuschend. Man sieht den engagierten Schauspielern


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