Bengalisches Feuer

MICHAEL LOEBENSTEIN | Kultur | aus FALTER 07/02 vom 13.02.2002

FILM. Das Filmmuseum zeigt das Gesamtwerk von Ritwik Ghatak (1925-1976), dem irrlichternden Modernisten des bengalischen Kinos. 

Anno 1947: Der indische Subkontinent brennt. Die englische Kolonialmacht verlässt eine Region, die sich politisch und religiös in Hindus und Moslems, Inder und Pakistani spaltet. Bengalen wird buchstäblich zerrissen: In den folgenden Monaten fliehen Millionen Hindus aus dem pakistanischen Ostbengalen in den indisch regierten Westteil des Landes.

  Das Trauma der Spaltung ist ein bestimmendes Motiv der Filmarbeit Ritwik Ghataks - eines von ökonomischen Katastrophen, künstlerischen Zweifeln und ethnischer Marginalisierung bedrohten Schaffens, das zwischen 1953 und 1974 bloß acht vollendete Spielfilme hervorbrachte. Diese sind (gemeinsam mit einem Fragment und einigen Hommagen an den Regisseur) bis Ende Februar im Filmmuseum zu bestaunen.

  Ghataks Filme sind wütende, auch formal kompromisslose Erzählungen von individuellen Schicksalen vor dem Hintergrund

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