Ein Peppi für Piccoli

Kultur | KLAUS NÜCHTERN | aus FALTER 07/02 vom 13.02.2002

FILM. Der 93-jährige Regisseur Manoel de Oliveira und der 76-jährige Michel Piccoli sagen leise "servus" und gehen nach Hause. 

Abtreten oder abgetreten werden, das ist die Frage. Gelingt einem, bevor man dann den finalen Abgang macht, noch ein Abgang in Würde? "Ich geh nach Hause" ("Vou Para Casa"), der jüngste Film des 93-jährigen portugiesischen Regisseurs Manoel de Oliveira, verhandelt diese Frage anhand des alternden Schauspielers Gilbert Valence (Michel Piccoli): Wie bleibt man im Spiel, ohne sich lächerlich zu machen? Auf der Bühne, auf der gerade Ionescos "Der König stirbt" gegeben wird und auf der der Film gleich zu Beginn eine gute, quälend lange Viertelstunde verweilt, spielt Valence den greisen König: voll infantilem Trotz gegen sein Ende aufbegehrend.

  Im richtigen Leben, in dem er sich nach dem tödlichen Autounfall von Frau und Tochter in seiner Einsamkeit mehr oder weniger bequem eingerichtet hat und ganz für seinen geliebten Enkel lebt, versucht Valence in


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