STANDPUNKT

Politik | N.H. | aus FALTER 08/02 vom 20.02.2002

Gut, böse & jenseits

Wenn Politiker die von der Bush-Administration ausgerufene "Achse des Bösen" nicht einfach hinnehmen, sondern selbst überprüfen, wie weit diese Schwarz-Weiß-Darstellung der politischen Realität entspricht, ist das vernünftig. Genauso klug ist es, sich anzusehen, wie die demokratische Opposition in den "Schurkenstaaten" gestärkt werden kann. Die Frage ist nur, wie mans macht. Wenn der UNO-Generalsekretär in den Irak fährt, ist das prinzipiell gut. Wenn sich eine österreichische Parlamentarierdelegation nach Nordkorea aufmacht, um dort Parlamentarier zu treffen, dann ist das auch gut.Weil die dort hinfahren, um an einer Lösung von Konflikten zu arbeiten und die demokratischen Strukturen zu stärken. Wenn ein Provinzpolitiker völlig unerwartet beim Handshake mit Saddam Hussein auf den Fernsehschirmen auftaucht, ist das böse. Weil nicht klar ist, was er dort will. Wirtschaftsverträge vorbereiten? Freundschaften mit Diktatoren pflegen? Ein bisschen humanitär sein? Oder einfach nur provozieren? Geholfen hat die ganze Sache jedenfalls nur ihm. Erstens sprach die ganze Welt wieder über Jörg Haider, zweitens durfte er jeden Tag ins Fernsehen, und drittens konnte er auch noch seine Partei wieder ordentlich auf Vordermann bringen. Dass er für diesen Egotrip das Elend irakischer Kinder missbraucht, ist einfach nur jenseits.   N.H.


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