FERNSEHEN

Medien | Julia Ornter | aus FALTER 08/02 vom 20.02.2002

Alle reden über Ally und die "Sex and the City"-Mädels - aber kein Schwein schaut sich offenbar "Dark Angel" (Dienstag, 20.15 Uhr, Vox) an, zumindest nicht hierzulande. Hardcore-Girl-Power-Feminismus oder zumindest das, was Serien-Erfinder und Terminator-Regisseur James Cameron darunter versteht, sind derzeit eben nicht gefragt. Seine aparte Heldin Max mit diesem "Ich-habe-ein-großes-Geheimnis-Blick" beschäftigt sich mehr mit dem Kampf gegen das Böse in der Welt als mit der Suche nach dem nächsten Lebensabschnittspartner - zur Abwechslung ganz erfrischend. Max ist Fahrradbotin und eine genmanipulierte Amazone, die von der US-Regierung gezüchtet wurde, dem geheimen Labor entkommen ist und im nach dem großen Atomknall ziemlich devastierten Amerika für Recht und Ordnung sorgt. Naiv, aber sympathisch, auch wenn sich Cameron sämtlicher "Terminator"- und "Matrix"-Themen bedient, um seine martialische Serie aufzupeppen. Immer noch besser Girlpower als FPÖ-Buberl-Power: Wenn die Freiheitlichen künftig zu "Betrifft" im Dreier-Team auftauchen wie diesmal Haider/Westenthaler/Scheibner, schaut sich eine derartige Farce nämlich kein Schwein mehr an.

Julia Ornter


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