Kommentar

Albertina: Die Kunst dem Volke!

Kultur | MATTHIAS DUSINI | aus FALTER 08/02 vom 20.02.2002

Am vergangenen Mittwoch hielt Albertina-Direktor Klaus Albrecht Schröder eine Pressekonferenz über den Fortgang der Renovierungsarbeiten ab. Pressekonferenz ist der falsche Ausdruck, denn eigentlich war es ein sorgsam inszeniertes neobarockes Drama mit Schröder als Regisseur und Hauptdarsteller. Schon das Datum, der Aschermittwoch, war für die Zelebration der Errettung eines "nationalen Erbes" (Pressetext) sorgsam gewählt.

Passend zum Bußtag lag ein Grauschleier über der Stadt, Arbeiter mit Sicherheitshelmen säumten die regennasse Freitreppe auf die Albertina-Rampe. Vorbei an düsteren Baustellen gings hinauf in die Prunkgemächer. Dort nahm das Erlösungsdrama seinen Lauf. Vorher: lieblos übermalte Musenfiguren. Nachher: die originale Zinkfassung, an einem geputzten Schenkel liebevoll freigelegt. Vorher: Schmauchspuren, die durch frei liegende Elektroleitungen enstanden sind. Nachher: Strahlende Vergoldearbeiten und kostbare Intarsienböden. "Behalten Sie Ihren Mantel an, es ist


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