Die Kane war ihr Schicksal

Kultur | aus FALTER 08/02 vom 20.02.2002

THEATER Die englische Dramatikerin Sarah Kane, die sich vor genau drei Jahren das Leben genommen hat, hinterlässt ein schmales Werk, das in seiner Radikalität seinesgleichen sucht. Jetzt wird im Burgtheater-Kasino ihr letztes Stück "4.48 Psychose" gespielt. WOLFGANG KRALICEK

"Wenn du eins in deinem Leben ändern könntest, was würdest du ändern?"

"Mein Leben."

Sarah Kane, "Gesäubert"

Kennen Sie den? Fragt der Psychiater die Patientin: "Wie sehn Ihre Pläne aus?" Sagt sie: "Mir 'ne Überdosis verpassen, die Pulsadern aufschlitzen und mich erhängen." - "Alles auf einmal?" - "Dass mir das keiner verwechselt mit einem Hilfeschrei."

  Der sarkastische Dialog, der sich liest wie ein tiefschwarzer Ärztewitz, stammt aus "4.48 Psychose", dem letzten Stück der englischen Dramatikerin Sarah Kane. Am 19. Februar 1999 - wenige Wochen, nachdem sie den Text fertig gestellt hatte - verpasste sie sich eine Überdosis, wurde ins Spital eingeliefert und erhängte sich. Sie war 28 Jahre alt.

  Die


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