Auf den Punkt gebracht

Kultur | NICOLE SCHEYERER | aus FALTER 08/02 vom 20.02.2002

KUNST Die Kunsthalle zeigt neue Arbeiten der sagenumwobenen japanischen Künstlerin Yayoi Kusama, die seit den Sechzigerjahren immer wieder "entdeckt" wird.  NICOLE SCHEYERER

Mit weit geöffneten und gespenstisch selten blinzelnden Augen sitzt Yayoi Kusama bei der Pressekonferenz zu ihrer Ausstellung in der Kunsthalle. Den Kopf leicht zum Dolmetscher gewandt, fällt ihr starrer Blick ins Nichts. Nach den einleitenden Worten der Kuratorin Sabine Folie bedankt sich die 72-jährige Künstlerin in gebrochenem Englisch. Danach beginnt ein wahrer Interviewparcours: Eine Visagistin schminkt und frisiert die kleine, wie eine Puppe wirkende Frau im goldfarbenen Kleid; auf die vielen Fragen der Journalisten gibt Kusama jedoch immer wieder dieselbe Antwort: Sie selbst hätte sich nie einer Strömung, zu der sie Kunsthistoriker zählten, zugehörig gefühlt. Ihr Werk entspringe einzig ihrer psychischen Krankheit, den Halluzinationen, die sie seit ihrer Kindheit quälen. "Malen war für mich ein Akt


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