Mann aus Marmor

Kultur | MATTHIAS DUSINI | aus FALTER 08/02 vom 20.02.2002

KUNST Zwei Ausstellungen in der Secession beweisen, dass Kuratoren die Präsentation von Kunst doch positiv beeinflussen können. MATTHIAS DUSINI

Die Secession hat hinten ein Loch. Der Grazer Künstler Manfred Erjautz hat die Hintertür des Hauptraumes ausgehängt. So kann der Betrachter durch eine Fensterscheibe auf die hinter dem Haus gelegene Hundewiese blicken - und auf einen Schneemann, der ziemlich deplatziert wirkt, denn von Schnee ist in diesen lauen Februartagen weit und breit nichts zu sehen.

  Er ist ein Fake aus Marmor, geplant für die 750-Jahr-Feier des Dorfes Kirchberg an der Pielach, aber erst jetzt realisiert. "Gefangen in der Gegenwart" nennt Erjautz den unverderblichen Schneemann. Eigentlich hätte dieses komische Denkmal genügt, denn der schräge Konzeptualismus, der den Marmormann auszeichnet, ist bei den anderen in der Ausstellung versammelten Objekten nur spurenweise vorhanden.

  Die Besonderheit, dass an der Secession Künstler ohne übergeordnete kuratorische


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