Stadtrand

Heraus-wohnen

Stadtleben | C.W. | aus FALTER 08/02 vom 20.02.2002

Es gibt Häuser, in denen wohnen die Mieter buchstäblich aus ihren Wohnungen heraus. Verwelkte Zimmerpflanzen, die in der Vorstufe zum Mistkübel im Stiegenhaus zwischengelagert werden, sind meistens der Anfang. Das ist je nach Zustand der Pflanze meist harmlos (auch wenn "Entsorgung" oft mit "für die Allgemeinheit" verwechselt wird). Was folgt, ist das ungeliebte Möbelstück, das am Gang seinen Platz findet und in dem weniger wertvolle Dinge aufbewahrt werden. Ein hübsches Deckchen drauf, eine verwelkte Behördenpflanze und schon gibts wieder etwas "für die Allgemeinheit". Toll ist auch der Wandschmuck, der manche Wiener Stiegenhäuser ziert: zu schade zum Wegschmeißen, nachvollziehbar zu schiach für die eigenen vier Wände. Also kommen gerahmte Katzenbilder, Knüpfteppiche oder Mundmalerkunstwerk an die Gangwand. Was fürs Auge eben. Da haben doch alle etwas davon! Ich glaube, ich werde jetzt auch damit beginnen, mich vor die Türe auszubreiten. Die Schuhe nehmen ohnehin so viel Platz weg. Genauso wie diverse Sammelbehälter für Dosen, Plastik und Papier. Die würden auch gut vor die Türe passen. Und für ein paar Kalenderbilder ließe sich sicher auch noch das ein oder andere Plätzchen finden. Aus-der-Wohnung-heraus Wohnen rules!


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige