Brot und Spiegel

WOLFGANG KRALICEK | Vorwort | aus FALTER 09/02 vom 27.02.2002

OLYMPISCHE SPIELE. Was haben die Medaillen von Salt Lake City für die österreichische Nation zu bedeuten? Gar nichts. 

Noch nie wurde bei Olympischen Spielen so oft über den Medaillenspiegel gesprochen wie in den vergangenen zwei Wochen anlässlich der Winterspiele in Salt Lake City. Der Medaillenspiegel ist eine Art Nationen-Ranking, und weil weltweit vermutlich kein Land über so viel Ranking-Kompetenz verfügt wie das News-geplagte Österreich, lag es nahe, dass die Erstellungsmodalitäten des Medaillenspiegels auch nirgendwo so heftig diskutiert wurden wie hierzulande.

  Normalerweise steht jene Nation ganz oben in der Wertung, die die meisten Goldmedaillen errungen hat; bei Gleichstand entscheiden die Silbermedaillen, erst in dritter Linie ist die Anzahl der Bronze-Trophäen relevant. Weil Österreich durch Fritz Strobl (Abfahrt) und Stephan Eberharter (Riesentorlauf) heuer nur zwei Olympiasiege verbuchen konnte, schaute im "klassischen" Medaillenspiegel nicht mehr als der 12.

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