Gequälter Gefangener

Politik | FLORIAN KLENK | aus FALTER 09/02 vom 27.02.2002

POLIZEI. Nach drei Jahren startet der Prozess im Fall Omofuma. Parallel dazu läuft ein Schadenersatzprozess. Die Republik soll eine Million Euro zahlen. 

Eigentlich sind Verstöße gegen die Anti-Folterkonvention "unverzüglich" zu klären. Im Fall Omofuma ticken die Uhren offensichtlich anders. Kommenden Montag, also knapp drei Jahre, nachdem der nigerianische Schubhäftling Marcus Omofuma von drei Fremdenpolizisten mit Klebebändern an Mund und Körper verschnürt wurde, kommt es nun im Landesgericht Korneuburg zu einem Strafprozess wegen "Quälens eines Gefangenen mit Todesfolge".

  Am 1. Mai 1999 sollte Marcus Omofuma nach Nigeria abgeschoben werden. Der 25-Jährige wehrte sich jedoch gegen die Abschiebung. Die Wiener Fremdenpolizei hatte für solche Fälle ihre eigenen Mittel parat: Klebebänder und Gurte. Den ganzen Flug über wurde der Schubhäftling gefesselt und verklebt. Als das Flugzeug in Bukarest zwischenlandete, war Marcus Omofuma bereits tot. "Dieses Verkleben des Schubhäftlings


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige