FERNSEHEN

Medien | CHRISTOPHER WURMDOBLER | aus FALTER 09/02 vom 27.02.2002

Spätestens seit Big Brother Zladko singenderweise versuchte, seine 15-Minutes-of-Fame via Eurovision Song Contest (ESC) noch ein wenig auszuweiten (und seine Singversuche in Pfiffen untergingen), sollte eigentlich allen Verantwortlichen klar gewesen sein, dass die deutsche ESC-Vorausscheidung nicht mehr zu toppen ist: Schlagzeilen, Intrigen, Lächerlichkeiten und dazwischen einander niederbrüllende Fans - mehr ist nicht drin. Doch vergangenen Freitag traten in der ARD wieder Größen wie die Kelly Family (douze points fürs Edelstyling!), Irene Sheer (sang laut Bild für die frisch verlassene Uschi Glas), die Weather Girls ("It's raining men") oder Songwettbewerb-Veteranin Joy Flemming - (begleitet von einem fünf(!)köpfigen schwullesbischen Gospel(!)chor) - gegeneinander an. Das Rennen machte die blinde Sängerin Corinna May, die sich zwar nicht bewegen kann, aber dafür umso kräftiger singt, dass sie "without music" nicht leben könne. Alles schön fad und unspektakulär. Aber vielleicht stellt sich ja heraus, dass Mays Ralph-Siegel-Siegerliedchen gestohlen, vorveröffentlicht oder sonst was ist. So wie vor zwei Jahren. Dann dürfte endlich die dicke Joy nach Tallinn. Und das wär doch was!


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