Kommentar: Wo gehts hier zum Wiener Aktionismus?

Kultur | MATTHIAS DUSINI | aus FALTER 09/02 vom 27.02.2002

Albertina-Direktor Klaus Albrecht Schröder baut die Grafische Sammlung zu einer Kunsthalle aus. Der Direktor des Museums moderner Kunst, Edelbert Köb, baut das neu eröffnete Gebäude im MQ um. MAK-Direktor Peter Noever will den Flakturm im Arenbergpark zu einem Kunstzentrum ausbauen.

Nur was den Wiener Aktionismus betrifft, haben die Wiener Museumsdirektoren bisher vor allem Mist gebaut.

Das gilt in erster Linie für den inzwischen abgetretenen Direktor des Museums moderner Kunst, Lóránd Hegyi. Abgesehen von der mangelhaften Sammlungspräsentation gehen versäumte Ankäufe und fehlende wissenschaftliche Anstrengungen auf sein Konto. Nach der Auflösung der Mühl-Kommune etwa wurde die größte Aktionistensammlung, die so genannte Sammlung Friedrichshof, en bloc zum Verkauf angeboten. Da keine öffentliche Institution Interesse zeigte, wurde sie in alle Himmelsrichtungen verkauft, unter anderem an Rudolf Leopold, der drei Bilder in einem Kellerraum seines Museums ausstellt.

Günter Brus


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