"Leopold ist ahnungslos"

Kultur | MATTHIAS DUSINI und NICOLE SCHEYERER | aus FALTER 09/02 vom 27.02.2002

KUNST. Der Wiener Aktionismus, die wichtigste neuere Kunstrichtung aus Österreich, wird wieder diskutiert. Ex-Aktionist Günter Brus erklärt, warum er auf negative Zeitungskritiken noch immer sensibel reagiert. 

Der wegen sexuellen Missbrauchs verurteilte Kommunengründer Otto Mühl wurde 1998 aus der Haft entlassen und im Burgtheater gefeiert. In der Presse gab es daraufhin heftige Auseinandersetzungen über das Erbe des Wiener Aktionismus, dessen Protagonist Mühl neben Rudolf Schwarzkogler, Hermann Nitsch und Günter Brus war. Aber auch kleinere Anlässe genügen, um alte Wunden aufzureißen. So antworteten Hermann Nitsch und Günter Brus in langen Briefen an die Tageszeitung Der Standard auf die negative Besprechung einer Ausstellung über Rudolf Schwarzkogler und einer Ausstellung der Künstlergruppe G.R.A.M., die sich parodistisch den Aktionen nähert (siehe Kasten auf Seite 63). "Eine wirklich fundierte Auseinandersetzung steht in Wien noch immer aus", kommentierte daraufhin die


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