OHREN AUF! Lloyd's Lost Years

Kultur | WOLFGANG KRALICEK | aus FALTER 09/02 vom 27.02.2002

Sobald jemand eine Kunstform halbwegs beherrscht, ist es fast immer zu spät, irgendetwas anderes zu tun." Mit diesem Satz des amerikanischen Schriftstellers Harry Crews erklärt der englische Musiker Lloyd Cole, warum er immer noch nichts anderes macht, als Songs zu schreiben - obwohl sich heute deutlich weniger Leute dafür interessieren als früher. In den Achtzigerjahren war Cole einer der führenden Dandys der Popwelt. Seine helle, fragile, sich überschlagende Stimme konnte auf unwiderstehliche Weise melancholisch und blasiert zugleich klingen; in seinen melodiösen, gitarrenlastigen Songs sahen die Frauen aus "wie Eve Marie Saint in ,On The Waterfront'", und die richtige Lektüre war ebenso wichtig wie das passene Outfit: "Read Norman Mailer / Or get a new tailor."

Nach drei wunderbaren Alben (die Best-of-CD gehört in jede Plattensammlung!) löste Cole seine Band The Commotions auf, übersiedelte nach New York, um solo endlich groß herauszukommen. Doch daraus wurde nichts: Alle


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