"A BEAUTIFUL MIND" - Ich seh, was du nicht siehst

Kultur | DANIELA SANNWALD | aus FALTER 09/02 vom 27.02.2002

Der Mathematiker und zukünftige Nobelpreisträger John Nash ist in romantischer Stimmung und malt seiner Geliebten Stern-Bilder ans nächtliche Firmament: Sie nennt ihm einen Gegenstand, und er zeigt ihr dessen Umrisse - aus Lichtpunkten, die durch gedachte Linien miteinander verbunden sind. Weil sie ihn liebt, kann sie sehen, was er sieht: Strukturen im anscheinend heillosen Durcheinander. Es ist die einzige Szene des Films, in der es Regisseur Ron Howard gelingt, das zu visualisieren, was sich eigentlich der Übersetzung in Bilder entzieht: kognitive Leistungen.

  Ansonsten leidet "A Beautiful Mind" erwartungsgemäß unter dem Problem, dass sich Erkenntnisgewinn, noch dazu in einer äußerst abstrakten Wissenschaft, nun einmal nicht spektakulär in Szene setzen lässt. Alle Versuche in diese Richtung scheinen dem Mad-Scientist-Klischeekoffer entnommen zu sein: Da muss sich Hauptdarsteller Russell Crowe immer wieder an die Stirn greifen und seine Gleichungen auf Fensterscheiben malen,


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