KÖRPERKULT: Die "Exotik des Äußeren"

Stadtleben | aus FALTER 09/02 vom 27.02.2002

Für die Unterhaltungsshow "Modern Primitives" hat der Wiener Kulturanthropologe Wittigo Keller ein so genanntes "virtuelles Museum" zusammengestellt, eine Art Multimediaschau, die die Zuschauer zum Thema hinführen soll. 20 Minuten dauert das "Museum of Body Cults": Körperkult und Ritual, kulturgeschichtlich als Multimediavortrag aufbereitet, ein Vorprogramm zur Gruselshow. "Der Zugang zum Anderen, zu fremden Kulturen ist heutzutage entweder ein wissenschaftlicher oder ein voyeuristischer", so Keller, "wir versuchen mit dem Museum facettenartig ein Gesamtbild zu schaffen."

  Geprägt hat den Begriff "Modern Primitives" Fakir Musafar, eine Kultfigur der Körperkultbewegung in den Siebzigerjahren. Der Titel ist Programm, denn die "modernen Primitiven" wollen nicht gern als Freaks betrachtet werden. Darauf besteht auch Anthropologe Keller. Seiner Ansicht nach gehe es dabei um Lebensformen und -äußerungen, die teilweise sehr von denen westlicher Lebensweisen abweichen: "Das ist eine neue


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