PHETTBERGS PREDIGTDIENST: Der innere Krokus

Stadtleben | aus FALTER 09/02 vom 27.02.2002

... Der Herr antwortete Mose: Geh am Volk vorbei ...

Ex 17,3-7 (1. Lesung am 3. Fastensonntag eines Lesejahres A)

Das Licht kommt, und der Krokus kommt, und natürlich versucht es das Licht auch bei mir. Im Februar knallt die Sonne, weil sie so tief steht, so flach am Nachmittag, beim Fenster durch die verdorrenden Blumenstöcke herein und terrorisiert mich mehr als im Sommer, wo sie gar nicht so herein kann. Komm, innerer Krokus, komm raus, spiel mit mir, na komm, du sexy Gay. Die ganze Palette dessen, was nicht geht, hetzt mir durch den Leib. Pochen im Magen: Versager! In ihrem Kegel die Luft voller Staub. So wie diese Lichtkegel wird die gesamte Materie aus Sicht der Wirklichkeit aussehen. Und ich sitze neben meinem alten Ofen, der mir als Lehne dient, und von hinten knallt sie herein, macht mich zur Schnecke. Endlos langsam vor fadem Fernsehprogramm der Vormittag, der Nachmittag, mein Leben. Mit Lichtgeschwindigkeit altern Astronautys langsamer. Bei schwarzen Löchern kommt das Licht


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