E-Learning erhöht die Ich-Aktie

Extra | aus FALTER 09/02 vom 27.02.2002

Special: In welchen Bereichen hat sich E-Learning in Österreich am stärksten etabliert?

Katharina Cortolezis-Schlager: In der Altersgruppe der 14- bis 19-Jährigen - aufgrund der Notebook-Klassen in manchen Schulen - und in der innerbetrieblichen Weiterbildung.

Wo bleiben die Universitäten?

Cortolezis-Schlager: Auf einzelnen Instituten werden engagierte Projekte verwirklicht. Doch universitäts- und institutsübergreifend gibt es zur Zeit noch wenig Zusammenarbeit. Eine positive Ausnahme ist die Kepler-Universität in Linz. Sie hat E-Learning sogar im Universitätsleitbild verankert.

Bedeutet E-Learning das Aus für den Frontalunterricht?

Cortolezis-Schlager: Hoffentlich.

Die entscheidenden Vor- und Nachteile des E-Learning?

Cortolezis-Schlager: Vorteilhaft ist vor allem die Fülle an Möglichkeiten, etwa die Vernetzung und technisch unterstützte Kooperation der Lernenden untereinander. Aber auch der neuartige Umgang mit unterschiedlichen Lerntempi und Lernstilen. Als Nachteil könnte man sehen, dass E-Learning für viele noch ungewohnt ist und zum Generationenthema wird. Jene, die bisher mit elektronischen Medien noch nie gearbeitet haben, verpassen immer mehr den Anschluss an aktuelle Entwicklungen. Da wird die Kluft leider immer größer.

Bedeutet E-Learning in der Wirtschaft nicht auch die schleichende Auslagerung einer der Kernaufgaben eines Unternehmens, nämlich die Fortbildung seiner Mitarbeiter?

Cortolezis-Schlager: Wer heute seine Ich-Aktie erhöhen will, muss einen Teil seiner Freizeit auch für die Weiterbildung aufbringen. Wer dazu nicht bereit ist, wird immer häufiger wenig attraktive Arbeitsplätze vorfinden.


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