Drei ernste Männer

Vorwort | ARMIN THURNHER | aus FALTER 10/02 vom 06.03.2002

SEINESGLEICHEN GESCHIEHT. Überlegungen zur Medienfreiheit anhand des populären Medienbildes "Westenthaler selbdritt". 

Da saßen sie in der "Zeit im Bild", nicht gerade einträchtig, aber zweifellos einförmig, drei Männer der Regierungskoalition in taubenblaugrauem Dress, Westenthaler, Strasser, Bartenstein. Die Köpfe rund, die Haare kurz geschoren, die Oberkörper vorgeneigt, wirkten sie wie Mönche des Neoliberalismus. Mit übellauniger Miene brachten sie dem Publikum nahe, was sie wieder gemeinsam ausgeheckt hatten, und keiner vergaß dabei die bitteren Lektionen, die er bei seinem Personaltrainer zwar nicht persönlich bezahlt (das haben hoffentlich die Partei, also der Steuerzahler, also du und ich, getan), aber doch aus- und durchgestanden hatte.

  So saßen und so sprachen sie und verwendeten weder Passivkonstruktionen, noch vergaßen sie, ihre Worte mit ausladenden, verständnisfördernden Gesten zu unterstreichen. Sie blickten uns ins Auge und ließen die Stimmen klingen,


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