Das Toyota-Prinzip

Vorwort | MARCO SMOLINER | aus FALTER 10/02 vom 06.03.2002

KOMMENTAR. Was Innenminister Strasser in der Polizei-Korruptionsaffäre von Toyota lernen könnte. 

Der österreichische Innenminister Ernst Strasser (ÖVP) erklärte vorige Woche entschlossen, man werde die "schwarzen Schafe" aus der Exekutive "aussondern". Seine eigene Korruptionsbekämpfungsstelle hatte Hunderte korrupte Polizisten unter Verdacht. Der x-te Innenminister fühlt sich als Gebieter über eine weiße Schafherde, in der aus völlig unerfindlichen Gründen immer wieder das eine oder andere schwarze Herdentier sein Unwesen treibt und daher folgerichtig "ausgesondert" werden muss.

  Die Schafmetapher verrät uns, wie man im Innenministerium seit einem halben Jahrhundert mit Fehlleistungen umgeht - oder besser gesagt nicht umgeht: Solange es möglich ist, leugnet man, wenn der Fehler erwiesen ist, waren es ein paar auszusondernde "schwarze Schafe". Ein soziokulturelles Verhaltensmuster, das die Exekutive mit ihrer Klientel aus dem Bereich der Eigentumsdelikte gemeinsam hat.


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