DOLM DER WOCHE: S. Riess-Passer

Politik | aus FALTER 10/02 vom 06.03.2002

Das Spielchen kennen wir schon zu gut. Zuerst hauen sich die FPÖ-Granden gegenseitig die Köpfe ein oder werfen wieder einmal einen Minister aus dem Amt, dann herrscht frostige Eiszeit im blauen Lager, und bald darauf kommt die große Versöhnung. "Jetzt wird gearbeitet!", heißt es dann. Als Nächstes folgt - wie das Amen im Gebet - die Ankündigung einer Steuerreform. Aber kaum haben sich die Wogen geglättet, ists vorbei mit dem Segen für den kleinen Mann. Diesmal war es die Vizekanzlerin, die das versprochene Steuergeschenk rasch wieder einpackte. "Alle wollen die Steuerreform", bekräftigte Riess-Passer zwar in der "Pressestunde". Aber nicht sofort. "Nur net hudeln!", lautet die Devise. So eine ordentliche Reform, die dauert schon acht bis zehn Jahre. Außerdem müssen auch die äußeren Umstände passen. Und so wird die Reform verschoben und verschoben, bis die Umstände der Regierung gut passen: kurz vor der nächsten Wahl.


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige