FERNSEHEN

Medien | JULIA ORTNER | aus FALTER 10/02 vom 06.03.2002

Wenn man sich nie schämt, Österreicherin zu sein - spätestens seit der Song-Contest-Vorausscheidung ist Schämen echt angesagt. Gesucht wurde "der Song des Jahres", wie Ö3-Plauderer Andi Knoll mutig formulierte. Dann kamen sie - die Reserve-Kelly-Familys und Möchtegern-Madonnas. Auffallend: Nicht nur die peinliche Girl-Friseusen-Group und der jenseitige Rock'n'Roller stammten aus Vorarlberg, sondern auch der türkische Dornbirner, der mit seinem "Güle Güle" natürlich keine Chance bekam, als echter Österreicher nach Tallinn zu fahren. Großartig der Auftritt von Stermann und Grissemann, die von Fans der Konkurrenz ausgebuht wurden, eine Blondine (Anhängerin der Friseusen-Group?) warf sogar vor lauter Empörung ihr Österreich-Fähnchen zu Boden, als die beiden souveränen Song-Contest-Verarscher fast Sieger wurden. Geschlagen nur vom Linzer Latino Manuel Ortega. Ein Jüngling mit dunkler Vergangenheit, wenn man bedenkt, dass er seine - nennen wir es mal so - Karriere der Kronen Zeitung verdankt: als einer der Buben, die vom Massenblatt zur mäßig erfolgreichen Boyband "Whatz up" gecastet wurden. Ein echter Österreicher eben.


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