OHREN AUF! Kla4: Solo, Duo, Trio

Kultur | KLAUS NÜCHTERN | aus FALTER 10/02 vom 06.03.2002

Als ich vor einigen Jahren in einem damals noch existenten Fachgeschäft für ungemütlichen Jazz und Artverwandtes an die Ladenbetreiberin das Ansinnen richtete, vor dem etwaigen Erwerb einer Cecil-Taylor-LP kurz hineinhören zu dürfen, wurde mir beschieden, dass ein solch wankelmütiger Zugang völlig unangebracht sei. Cecil Taylor, der bereits zu Lebzeiten heilig gesprochene Großmeister des Kraftklaviers, hat sich eine treue Schar gläubiger Hörer erspielt. Die einen verehren ihn, die anderen sind halt beeindruckt. Wer sich den energetischen Schüben und repetitiven Clustern der ausgedehnten Solo-Konzerte auch zu Hause vor dem CD-Player aussetzen möchte, kann dies einmal mehr tun: Der Mitschnitt von "The Willisau Concert" (Intakt) vom Herbst 2000 ist soeben eingetroffen.

Dass Cecil Taylor ganze Generationen von Musikern beeinflusst hat, steht außer Frage. Das gilt gewiss auch für Marilyn Crispell, deren Klavierspiel aber weniger durch schiere Energetik, sondern durch ein breites,


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