Die sanfte Provokation

Kultur | HELMUT PLOEBST | aus FALTER 10/02 vom 06.03.2002

TANZPERFORMANCE. Raimund Hoghe hat nicht den Körper eines Tänzers. Seine Solos gehören trotzdem zum Schönsten, was es auf Bühnen zu sehen gibt. 

Er erfüllt keines der Klischees, die gern mit dem Tanz verbunden werden. Er hat keinen durchtrainierten Körper, er ist kein Youngster mehr, und er zeigt keine Bewegungsakrobatik. Trotzdem ist der 1949 in Wuppertal geborene Raimund Hoghe einer der wichtigsten Choreographen Europas, er erhielt 2001 den renommierten Deutschen Tanzproduktionspreis und wird besonders in Brüssel, dem Mekka der zeitgenössischen Tanzperformance, geradezu gefeiert. Das Tanzquartier Wien präsentiert mit dem Solo "Another Dream" (2001) nun den letzten Teil einer Trilogie, die 1994 mit "Meinwärts" begonnen und 1997 mit "Chambre séparée" fortgesetzt wurde.

  Als er jung war, wollte er Tänzer werden. Ein unmögliches Ansinnen im Deutschland der Aufbauzeit, denn Hoghe hat einen gekrümmten Rücken. Damit durfte er lediglich als buckliges Schneiderlein auftreten


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige