Bohr und die Bombe

Kultur | OLIVER HOCHADEL | aus FALTER 10/02 vom 06.03.2002

SCIENCE-DRAMA. Michael Frayn variiert in "Kopenhagen" die Begegnung der beiden Atomphysiker Heisenberg und Bohr. Das Theater Drachengasse besorgt die österreichische Erstaufführung des Erfolgsstücks.  

Worüber soll man reden? Worüber kann man überhaupt reden? Die Situation ist für beide Beteiligten äußerst unangenehm, das diskursive Gelände ebenso vermint wie der Sund von Kopenhagen. Und doch, es muss besprochen werden: die Spaltung von Uran 235 durch langsame Neutronen; die Probleme mit der Anreicherung; und schließlich: die Frage nach der Bombe.

  Im September 1941 besucht Werner Heisenberg Niels Bohr in Kopenhagen. Die beiden Physiknobelpreisträger waren einst eng befreundet gewesen. Zwischen 1924 und 1927 hatten der Deutsche und der Däne in Kopenhagen gemeinsam geforscht, später gerne gemeinsame Skiurlaube in Tirol verbracht. Aber mittlerweile ist alles anders. Die Deutsche Wehrmacht kontrolliert fast ganz Europa. Was will Heisenberg von Bohr, hier im SS-verseuchten


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