kunst kurz

Kultur | NICOLE SCHEYERER | aus FALTER 10/02 vom 06.03.2002

Im internationalen Biennalenzirkus der letzten Jahre fiel die Koreanerin Sooja Kim vor allem als "die Künstlerin mit den Bündeln" auf: Für ihr Projekt "Cities on the move" reiste Kim Tausende Kilometer auf einem Truck voll "bottaris". Die bunten, traditionellen koreanischen Tücher, mit denen diese geschnürt werden, wehen nun im project space der Kunsthalle am Karlsplatz (bis 28.4.) im Ventilatorenwind. Dazu hört man den Gesang tibetischer Mönche. Ein Video zeigt die Künstlerin regungslos mit dem Rücken zum Betrachter an einem schmutzigen Fluss stehen. Schwang in Kims früheren Bündel-Arbeiten noch das Thema Flucht und Krieg mit, so bleibt in ihrer aktuellen Schau nur mehr das dreckige Gewässer als Wegweiser aus stereotyper Asia-Zen-Beschaulichkeit.

  Als Privatschule mit Öffentlichkeitsrecht bietet die wiener kunst schule ein vierjähriges Kunststudium in acht Fachrichtungen mit staatlich anerkanntem Abschlussdiplom. Dabei verzichtet sie auf die Zugangshürden klassischer Kunstakademien: Weder Matura noch ein bestimmtes Alter sind Voraussetzung für die Aufnahme, die nicht über eine Prüfung oder eine Mappe erfolgt, sondern nach einem Orientierungsjahr für die Studierenden ermittelt wird. Seit 1994 läuft die wöchentliche, öffentlich und kostenlos zugängliche Vortragsreihe "Berufsbild KünstlerIn", die neben Erfahrungen von Kunst- und Kulturschaffenden auch Wissen vermittelt, für das man anderswo zahlen muss. So spricht etwa der Steuerberater Michel Prosenz am 13. März um 18.30 Uhr über "Einkommens- und Umsatzsteuer mit Schwerpunkt künstlerische Tätigkeiten". Am 12. März um 19 Uhr wird das Ausbildungsmodell wiener kunst schule im Depot vorgestellt und diskutiert.


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