Wien, Paris, Amsterdam

Stadtleben | JULIA ORTNER, WOLFGANG PATERNO | aus FALTER 10/02 vom 06.03.2002

VERDRÄNGUNG. Die Buchhandlung Gerold am Graben sperrt zu, der Schreibwarenhändler Huber und Lerner gibt auf: Hohe Mieten und internationale Ketten verändern das Gesicht der City, lassen Wien wie Paris oder Amsterdam aussehen. Wird die Stadt bald austauschbar?  

Die Touristen flanieren wie eh und je erlebnishungrig vorbei, wo ist, bitte schön, der Stephansdom. Am Graben 31 bleiben nur Einheimische stehen. Auch hier ist ein Denkmal zu besichtigen. Die baulichen Überreste zumindest. Dass hier, im "Herzen Wiens", wie das Traditionshaus Gerold gerne betonte, seit über 50 Jahren die Universitätsbuchhandlung Gerold ihren Sitz hatte - darauf weist heute nur mehr ein ausgebleichter Schriftzug am Portal der Nummer 31 hin.

  Das ehemalige dreistöckige Geschäft wird nach der Schließung jetzt systematisch ausgeweidet. Geschäftsführer Karl Schweighofer und seine Frau Henriette, die Alleininhaberin des Unternehmens, wollten sich das unrentable Buchgeschäft nicht mehr antun - die Monatsmiete


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