PHETTBERGS PREDIGTDIENST (Nr. 498): Henne wie Teufel

Stadtleben | aus FALTER 10/02 vom 06.03.2002

... Freut euch und trinkt euch satt an der Quelle göttlicher Tröstung ...

(Tagesgebet am 4. Fastensonntag)

Wer nicht genießen kann, wird ungenießbar, heißt es. Ich kann einfach nicht mehr genießen, weil alle Voraussetzungen fehlen. Und da entdecke ich, dass der Satz eh anders lesbar ist: Wer nicht genießen kann, wird ungenießbar, weil nichts da ist, womit er genießen könnte. Ein geschriebener Satz ist so etwas Geordnetes, dass er vielleicht gar nicht in der Lage ist, die Panik darzustellen, wenn ein Mensch zusammenbricht. Hier steht es so geordnet. Aber es ist mir alles zerbrochen. Dieses rasende Gemisch aus Angst, Wut und Lähmung gelingt es mir nicht, hier darzustellen. Ich sitze auf einem Sessel, und schon das ist Ordnung, denn ließe ich mich zu Boden fallen, ginge es mir noch schlechter, also bleibe ich in der Ordnung. Und wenn jemand an mir vorbeiginge, könnte er nur konstatieren: Einer sitzt. Die Panik meines Inneren darzustellen, bedürfte einer Anstrengung. Selbst wenn


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