Ein wenig mehr anders

Kultur | KARIN CERNY | aus FALTER 11/02 vom 13.03.2002

THEATER. Die deutsche Dramatikerin Gesine Danckwart ist seit einem halben Jahr "writer in residence" am Wiener Schauspielhaus. Ein Porträt. 

Die Menschen in den Stücken von Gesine Danckwart sind Identitätsschwerstarbeiter: Ich arbeite, also bin ich - das ganze Leben ein nicht enden wollendes Bewerbungsgespräch. Mit jedem Satz präsentieren und positionieren sie sich, entwerfen sie ein möglichst perfektes Bild von sich. Und wir können beobachten, was für einen Stress sie dabei haben. Wir schauen dabei zu, wie sie ihr tägliches Fit-for-Martkwirtschaft-Programm absolvieren: ihre Selbstmotivierungsaufschwünge, ihre Angstüberbrückungsweitsprünge, ihre Selbstbeobachtungshürdenläufe und - seltsam, dass dafür noch Zeit bleibt - ihre Sehnsüchte nach etwas anderem; nach dem großen Glück, der großen Liebe, danach, dass es endlich richtig los geht.

  "Ich bin ein schönes Wochenende zu zweit", heißt es in "Traummaschine" (2000) verheißungsvoll. Danckwarts Debüt "Girlsnightout"


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