Game Over

Kultur | WOLFGANG KRALICEK | aus FALTER 11/02 vom 13.03.2002

THEATER. Der Nahostfrieden ist ferner denn je: die Gameshow "Jerusalem, mon amour" im Schauspielhaus. 

Yassir Arafat geht zu einer Wahrsagerin und lässt sich die Zukunft voraussagen. "Du wirst an einem jüdischen Feiertag sterben", prophezeit sie. "An welchem?", will Arafat wissen. Darauf die Wahrsagerin: "Der Tag, an dem du stirbst, wird auf jeden Fall ein jüdischer Feiertag sein!"

  Was sagt ein jüdischer Siedler, wenn eines seiner Kinder einem Attentat zum Opfer fällt? "Macht nichts, machen wir halt ein neues!"

  Wenn der Eindruck, den die neue Schauspielhaus-Produktion "Jerusalem, mon amour" vermittelt, nicht sehr täuscht, dann haben Juden und Palästinenser vor allem eines gemeinsam: schlechte Witze. Airan Berg, gemeinsam mit Barrie Kosky seit Herbst künstlerischer Leiter des Schauspielhauses, hat sich für seine erste Inszenierung als Direktor viel vorgenommen: Erstens zeichnet er als Regisseur, Co-Autor und Hauptdarsteller gleich dreifach verantwortlich; zweitens ist "Jerusalem,


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