SPIELPLAN

Kultur | PETRA RATHMANNER | aus FALTER 11/02 vom 13.03.2002

Alle lieben Shakespeare. Er ist ein sicherer Tipp, der Publikumsgarant. Was macht es schon, dass sich viele Regisseure mit seinen Stücken schwer tun? Der junge Marcello de Nardo will es im Theater in der Josefstadt leicht haben. Die Komödie "Viel Lärm um nichts" hält Ehe, Jungfräulichkeit und Treue hoch. Wer ausschert, wie die scharfzüngige Beatrice (Sandra Cervik) oder der Frauenverächter Benedict (Herbert Föttinger), wird mit Intrigen zum Jawort verführt. "Das ist wie in den Fünfzigerjahren", dürfte sich de Nardo gedacht haben. Er verlegt die Inszenierung in die zuckerlfarbene Welt der Pettycoats, steckt die Männer in schwarze Mafiosianzüge - schließlich spielt das Stück in Italien. Das ist gar nicht schlecht überlegt, nur bleibt es bei diesem Einfall, und das ist zu wenig. Aus der giftgrünen Bühne wird eine ironiefreie Zone, wo nur noch routiniertes Spiel Platz hat. Selbst Dean Martins Ohrwurm "That's amore" kann nicht darüber hinwegtäuschen: Nichts ist langweiliger


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