KUNST KURZ

Kultur | NICOLE SCHEYERER | aus FALTER 11/02 vom 13.03.2002

Nach Rotterdam, Luxemburg und Ljubljana findet die Wanderbiennale Manifesta ihren diesjährigen Standort (ab 25. Mai) in Frankfurt am Main. Auf der vorläufigen Liste sind aus Österreich Andreas Fogarasi, Andrea Geyer, Florian Pumhösl, Hans Schabus und Jun Yang vertreten. Die Teilnehmer der documenta11, die ab 8. Juni in Kassel läuft, werden streng geheim gehalten und erst im Mai verlautbart.

  Am 18. April eröffnet nun endgültig das neue, von Raimund Abraham entworfene österreichische Kulturinstitut "Austrian Cultural Forum" in New York; zweimal wurde der Termin im letzten Jahr bereits verschoben. Die Präsenz von Austro-Kultur in den USA (die über die Tätigkeit des Kulturinstituts auch hinausgeht) hat der Kulturwissenschaftler Walter Seidl mit seinem Buch "Zwischen Kultur und Culture" untersucht, das am 21. März um 19 Uhr in der basis Wien (15., Fünfhausgasse 5) präsentiert wird. Ende der Dreißigerjahre gründeten Emigranten das "Austrian Institute", eine Art NGO, die sich nach dem Krieg für den Wiederaufbau Österreichs einsetzte. Während von seiten des österreichischen Staates anfangs wenig Interesse an den Aktivitäten der Vertriebenen bestand, kam mit der Einrichtung des Austrian Cultural Forum 1963 die Wende. Institutsleiter Peter Marboe engagierte sich ab Mitte der Achtzigerjahre vor allem für eine Öffnung in Richtung zeitgenössische Kunst. Seidl widmet der Rezeption von Gegenwartskunst (u.a. Kiki Kogelnik, Valie Export, Rainer Ganahl) und -literatur (u.a. Thomas Bernhard, Elfriede Jelinek) je ein eigenes Kapitel.

Walter Seidl: Zwischen Kultur und Culture. Wien 2001 (Böhlau), 228 S., E 29,90.


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